Witwenrente Hinterbliebenenrente

Witwenrente: Rente für hinterbliebene Witwen und Witwer

Voraussetzungen der Witwenrente:

Im Falle des Todes eines Ehegatten könnte der Hinterbliebene Anspruch auf Witwenrente oder Witwerrente haben. Dabei ist zu unterscheiden zwischen der kleinen und großen Witwenrente.

(Anmerkung: die eingetragene Lebenspartnerschaft steht rentenrechtlich der rechtsgültigen Ehe gleich)


Anspruch auf kleine Hinterbliebenenrente besteht, wenn

  1. die allgemeine Wartezeit von 60 Kalendermonaten erfüllt ist (§ 50 Abs. 1 SGB VI) bzw. eine vorzeitige Wartezeiterfüllung vorliegt und
  2. zum Zeitpunkt des Todes eine rechtsgültige Ehe bestand und
  3. der Hinterbliebene nicht wieder verheiratet ist.

Anmerkung:

Anspruch auf kleine Witwenrente besteht längstens für 24 Kalendermonate nach Ablauf des Monats, in dem der Lebenspartner verstorben ist.


zu 1.

Anspruch auf Hinterbliebenenrente kann nur entstehen, wenn der Verstorbene die allgemeine Wartezeit von fünf Jahren in der gesetzlichen Rentenversicherung erfüllt hat Es ist nicht erforderlich, dass der Hinterbliebene selbst rentenversichert ist.

Auf diese Wartezeit werden Beitragszeiten (z.B. Pflichtbeiträge bei Arbeitnehmern) angerechnet. Sogenannte Anrechnungszeiten (z.B. Zeiten der Arbeitslosigkeit ohne Beitragszahlung) zählen hingegen regelmäßig nicht dazu.

zu 2. und 3.

Witwen oder Witwer haben jedoch keinen Anspruch auf Hinterbliebenenrente, wenn die Ehe nicht mindestens ein Jahr bestand. Die Behörde geht dann davon aus, dass die Eheschließung dem Ziel diente, den Hinterbliebenen durch eine sogenannte Versorgungsrente abzusichern.

Ausnahme: nach den besonderen Umständen des Einzelfalles kann die Annahme wiederlegt werden, dass alleiniger oder überwiegender Zweck der Heirat war, einen Anspruch auf Hinterbliebenenversorgung zu begründen.

Wenn vorgenannte Voraussetzungen erfüllt sind und der Hinterbliebene nicht erneut geheiratet hat, dann besteht Anspruch auf die kleine Witwen- / Witwerrente.


 Anspruch auf grosse Hinterbliebenenrente besteht,

  1. wenn der Hinterbliebene das 47. Lebensjahr vollendet hat,
  2. der Hinterbliebene ein eigenes Kind oder ein Kind des versicherten Ehegatten, dass das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet hat, erzieht (unter bestimmten
    Voraussetzungen zählen hierzu auch Enkel, Geschwister) oder
  3. eine Erwerbsminderung vorliegt.

Welche geldwerten Rentenansprüche hat der Hinterbliebene?

1. Zeitlich befristeter Bezug der vollen Versichertenrente:

Der Hinterbliebene hat zunächst Anspruch auf die volle Rente des Verstorbenen. Diese wird bis zum Ende des dritten Kalendermonats nach Ablauf des Monats geleistet, in dem der Ehegatte verstorben ist.

Soweit der Verstorbene kein Rentenbezieher war, beginnt die Rente bereits mit dessem Todestag. Für den Rentenbezug ist es erforderlich, dass der Hinterbliebene einen Rentenantrag stellt. Die Hinterbliebenenrenten wird rückwirkend bis zu zwölf Kalendermonaten vor dem Antragsmonat gezahlt. 

1.1 nach Ablauf der zeitlich befristeten Vollrente:

Bei der kleinen Witwenrente mindert sich nach Ablauf der Dreimonatsfrist der sogenannte Rentenartfaktor auf 0,25. Bei der großen Witwenrente verringert sich dieser auf 0,55. In den ersten drei Monaten des Bezugs einer Hinterbliebenenrente beträgt dieser 1,0.

Der Rentenartfaktor ist Bestandteil der sogenannten Rentenformel. Über die Rentenformel wird die Höhe des Rentenanspruches errechnet.


Wichtig: bei Wiederheirat geht Anspruch auf Witwenrente verloren

Der Anspruch auf Witwenrente setzt voraus, dass der hinterbliebene Ehegatte nicht erneut heiratet. Mit der Heirat verliert dieser seinen Anspruch auf Hinterbliebenenrente ab dem Folgemonat der neuen Heirat.

Beispiel: Wiederheirat zum 01.06.2011. Anspruch auf Witwenrente geht mit Ablauf des 30.06.2011 verloren

Es besteht jedoch die Möglichkeit der Rentenabfindung. Witwenrenten werden bei der ersten Wiederheirat mit dem 24fachen Monatsbetrag abgefunden. Unter Monatsbetrag ist der Durchschnitt der in den letzten 12 Kalendermonaten gezahlten Witwenrente zu verstehen.


Berechnung der Hinterbliebenenrente

Die Berechnung erfolgt, indem die Anzahl der Entgeltpunkte des Verstorbenen mit dem Rentenartfaktor (0,25, 0,55 oder 1) und dem aktuellen Rentenwert vervielfältigt wird.

Berechnungsbeispiel:

50 Entgeltpunkte x 1,0 (Rentenartfaktor) x 32,00 Euro (angenommener Rentenwert) = 1.600,00 Euro Monatsrente

Mindert sich der Rentenartfaktor auf 0,55 beläuft sich die Rente in diesem Beispiel auf 880,00 Euro.

Anmerkung: vorstehendes Beispiel ohne Berücksichtigung etwaiger Einkünfte des hinterbliebenen Lebenspartners.


Rentenabschlag bei Hinterbliebenenrenten

Der Rentenabschlag ist abhängig vom Lebensalter. Vor dem 62. Lebensjahr des Verstorbenen beträgt der Rentenabschlag höchstens 10,80 Prozent. Danach und bis zu einem Lebensalter von 65 Jahren beläuft sich der Abschlag auf 0,3 % monatlich oder 3,6 % jährlich. Hat der Verstorbene bereits das 65. Lebensjahr erreicht, wird die Rente abschlagsfrei gezahlt.


Berücksichtigung von Kindererziehungszeiten bei der Hinterbliebenenrente

Kindererziehungszeiten werden nicht berücksichtigt, solange der Hinterbliebene die volle Rente des Verstorbenen erhält.

Kindererziehungszeiten sind nachfolgend als Zuschlag an persönlichen Entgeltpunkten berücksichtigungsfähig. Der Zuschlag wird gewährt für die Zeit der Erziehung eines Kindes in dessen ersten drei Lebensjahren durch den hinterbliebenen Ehegatten. Für die ersten 36 Kalendermonate sind jeweils 0,1010 Entgeltpunkte zu Grunde zu legen


Einkommensanrechnung

Das Einkommen des Hinterbliebenen ist auf die Rente des Verstorbenen anzurechnen. Es wird ein Freibetrag in Höhe des 26,4-fachen des aktuellen Rentenwertes gewährt. Soweit ein Kind zu berücksichtigen ist, erhöht sich der Freibetrag um das 5,6-fache.

Übersteigt das Nettoeinkommen des Hinterbliebenen den Freibetrag, werden 40 Prozent des übersteigenden Betrages auf die Witwenrente angerechnet.

Unter Einkommen sind nicht nur Arbeitnehmereinkommen sondern auch sogenannte Vermögenseinkünfte wie beispielsweise Kapitalerträge aus Wertpapieranlagen oder Erträge aus Vermietung und Verpachtung.


Anspruch der hinterbliebenen Kinder auf Halbwaisenrente

Kinder haben Anspruch auf Halbwaisenrente, wenn sie noch einen Elternteil haben, der ihnen gegenüber unterhaltspflichtig ist. Im Weiteren muss der Verstorbene die allgemeine Wartezeit von 5 Jahren erfüllt haben. Stiefkinder, die in den Haushalt des Verstorbenen aufgenommen waren, werden auch als Kinder berücksichtigt

Die Höhe der Rente für Halbwaisen beträgt 10 Prozent der erworbenen Rentenansprüche des Verstorbenen. Bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres findet keine Anrechnung des eigenen Einkommens oder Vermögens statt. Volljährige Kinder haben längstens bis zum vollendeten 27. Lebensjahr Anspruch auf Waisenrente.


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