Pflegegeld und Rente

Pflegegeld und Rente – finanzielle Unterstützung für bedürftige Rentner und Angehörige


Rentenversicherung und Pflegeversicherung sind zwei verschiedene paar Schuhe. Beiden Institutionen gegenüber können Sie Anspruch auf Geldleistungen haben.  Die Pflegeversicherung ist zuständig für das Pflegegeld. Allerdings müssen die Voraussetzungen vorliegen. Die rentenrechtlichen Voraussetzungen sollen an dieser Stelle nicht weiter betrachtet werden. Informationen finden Sie hier und hier.


Pflegegeld als finanzielle Unterstützung bedürftiger Rentner

Das sogenannte Pflegegeld der Pflegeversicherung kann als finanzielle Unterstützung verstanden werden. Nun werden Sie vielleicht denken „ich oder mein Angehöriger sind doch gar nicht pflegebedürftig“. Nun – das entscheiden nicht Sie. Hierfür ist der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) bei gesetzlich Versicherten beziehungsweise die Medicproof GmbH bei privat Versicherten zuständig. Als Ergebnis einer Begutachtung wird festgestellt, ob Pflegebedürftigkeit vorliegt.


Arbeitnehmer arbeiten immer länger – bis sie oftmals selbst zum Pflegefall werden

Tatsache ist, dass Arbeitnehmer immer länger arbeiten müssen. Die Regelaltersgrenze ist erst mit Vollendung des 67. Lebensjahres erreicht. Das Renteneintrittsalter mit 70 ist in der politischen Diskussion. Nur die wenigsten Arbeitnehmer werden bis zum Beginn der Altersrente keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen erleiden. Viele müssen bereits früher ihre Arbeitszeit reduzieren oder das vorzeitig Arbeitsleben beenden und Rente wegen Erwerbsminderung beantragen.

Wie dem auch sei. Die Geldleistungen der Pflegeversicherung können sowohl für den pflegenden Angehörigen (Pflegepersonen), den Pflegebedürftigen als auch für den (voll) Erwerbsgeminderten interessant sein. Für den pflegenden Angehörigen nicht zuletzt auch deshalb, weil zusätzliche Rentenansprüche erworben werden können.


Monatliche Geldleistungen der Pflegeversicherung im Überblick – Jahr 2020

Sachleistung Häusliche Pflege:

Pflegegrad 1:        0 Euro
Pflegegrad 2:    689 Euro
Pflegegrad 3: 1.298 Euro
Pflegegrad 4: 1.612 Euro
Pflegegrad 5: 1.995 Euro

Pflegegeld bei häuslicher Pflege durch Angehörige (Pflegepersonen):

Pflegegrad 1:     0 Euro
Pflegegrad 2: 316 Euro
Pflegegrad 3: 545 Euro
Pflegegrad 4: 728 Euro
Pflegegrad 5: 901 Euro

Vollstationäre Pflege:

Pflegegrad 1:    125 Euro
Pflegegrad 2:    770 Euro
Pflegegrad 3: 1.262 Euro
Pflegegrad 4: 1.775 Euro
Pflegegrad 5: 2.005 Euro


Am Rande: Die Hürde ist jedoch, wie bereits gesagt, die Prüfung durch den MDK beziehungsweise Medicproof. Diese zu überwinden ist nicht einfach.Die öffentlichen Kassen sind leer. Im Falle der Medicproof GmbH kommt noch hinzu, dass es sich nicht um eine sogenannte gemeinnützige GmbH handelt. Das Unternehmen versteht sich jedoch als neutrale Institution, das Leistungsvoraussetzungen nach Maßgabe des SGB XI (soziale Pflegeversicherung) in Verbindung mit den allgemeinen Versicherungsbedingungen für die private Pflegepflichtversicherung prüft. Im veröffentlichten Jahresabschluss für das Jahr 2017 ist ein Jahresüberschuss in Höhe von 935.131,14 € ausgewiesen.


Zahlreiche Anträge auf Bewilligung eines Pflegegrades werden abgelehnt

Die Praxis zeigt, dass zahlreiche Erstanträge auf Bewilligung eines Pflegegrades abgelehnt werden. Eine Ursache liegt nach eigener Beobachtung darin, dass ältere Antragsteller dazu neigen, ihren Gesundheitszustand besser darzustellen, als er tatsächlich ist. Damit einher geht oftmals, dass sich Rentner nicht eingestehen wollen, dass Pflegebedarf vorliegt.

Pflegeberatung zur Pflegesituation, den finanziellen Leistungen und Unterstützungsmöglichkeiten ist deshalb sinnvoll. Dies sollte vor Antragstellung geschehen.


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