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Schwerbehinderung


Entscheidend für die Bewilligung einer Erwerbsminderungsrente aufgrund Schwerbehinderung ist nicht der Grad der Behinderung (GdB). Die Minderung der Erwerbsfähigkeit wird im Wesentlichen durch eine sozialmedizinische Begutachtung festgestellt. Diese kann beispielsweise während einer stationären medizinischen Rehabilitationsmaßnahme (Reha) erfolgen. Der medizinische Entlassungsbericht ist als ärztliches Gutachten zu verstehen.

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Grad der Behinderung


Der Grad der Behinderung (GdB) hat Auswirkungen auf den arbeitsrechtlichen Kündigungsschutz und die bei der Arbeitsagentur zu beantragende Gleichstellung. Im Weiteren auf die Begleitung des schwerbehinderten Menschen durch das Integrationsamt (früher Versorgungsamt) beziehungsweise den Integrationsfachdienst. Beide Einrichtungen sollen dem Schwerbehinderten gegenüber dem Arbeitgeber zur Seite stehen und unterstützen bei der Wiedereingliederung in Arbeit.

sozialmedizinische Beurteilung ist losgelöst zu betrachten


Die sozialmedizinische Beurteilung der Erwerbsfähigkeit aufgrund Schwerbehinderung ist losgelöst zu betrachten. Durch das ärztliche Gutachten wird das sogenannte qualitative und quantitative Leistungsvermögen (Restleistungsvermögen) festgestellt. Dessen Ergebnis gibt Aufschluß darüber, in welchem zeitlichen Umfang der Antragsteller, unter den Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarktes, arbeiten kann.

Insoweit besteht alleinig aufgrund anerkannter Schwerbehinderung, beziehungsweise des Grades der Behinderung (GdB), kein Anspruch auf Rente. Aufgrund anerkannter Schwerbehinderung kann jedoch ein Anspruch auf Altersrente wegen Schwerbehinderung bestehen.

Anmerkung: Vielfach wird auch der Begriff Minderung der Erwerbsfähigkeit (MdE) verwendet. Für die Beurteilung der Erwerbsfähigkeit ist dieser in der gesetzlichen Rentenversicherung (Sozialgesetzbuch VI) ohne Bedeutung. Im Bereich der gesetzlichen Unfallversicherung (Sozialgesetzbuch VII) bemißt sich an der geminderten Erwerbsfähigkeit der Leistungsanspruch.

Ärztliche Begutachtung zur Feststellung des Umfangs der Erwerbsfähigkeit


Die weitaus meisten Erwerbsminderungsrenten werden nicht aufgrund organischer (körperlicher) sondern somatischer (psychischer) Erkrankungen bewilligt. Die ärztliche Begutachtung kann sich dabei durchaus schwierig gestalten. So kann zur Abgrenzung der Krankheitsursache eine sogenannte Differentialdiagnose erforderlich sein. Thoraxschmerzen (Schmerzen im Brustkorb) und Luftnot können nach ärztlicher Auskunft beispielsweise auf organische (z. B. Herzinsuffizienz) oder/und psychische Ursachen (z. B. Stress im Beruf) zurückzuführen sein.

Bei oftmals nicht eindeutiger Diagnose – zum Beispiel als Schmerzpatient mit chronischen Schmerzstörungen oder Angst, Depression – bei burnout, Fibromyalgie, Migräne, Panikattacken, Persönlichkeitsstörungen, Rheuma, Rückenschmerzen, Stress, Tinnitus und Schmerzen an der Wirbelsäule – ist oft von sogenannten multimorbiden Patienten die Rede. Ein Begriff der vielfach abwertend verstanden wird. Dabei wird oft verkannt, dass beispielsweise Umwelt- und Umgebungseinflüsse, bereits aus der Laienperspektive, einen erheblichen Einfluß auf den Gesundheitszustand eines Menschen haben können.

Gar nicht einmal so übertrieben gesprochen – bei einem Familienvater der begründete Sorge hat, seinen Arbeitsplatz zu verlieren. Der Angst hat, dann nach einigen Monaten Hartz IV Leistungen in Anspruch nehmen zu müssen; der Hypotheken oder andere Schulden hat, bei dem ist es vielleicht verständlich, dass dieser depressiv wird und mit gebeugter Wirbelsäule durch das Leben geht.

Jedoch wird bei einer sogenannten depressiven Episode oder beispielsweise burn out in der sozialmedizinischen Beurteilung oftmals davon ausgegangen, dass die Frührente dem Heilungsprozess abträglich ist. Andererseits kann gerade die Rente wegen Erwerbsminderung, und die damit einhergehende Grundabsicherung, dem Genesungsprozess förderlich sein. Schließlich entfallen jene Ängste, die auf das psychische Befinden wirken. Im vorstehenden Beispiel haben diese die in existenzieller Not ihre wesentliche Ursache. Weiterhelfen, zum Beispiel beim Antrag auf Zuerkennung eines Grades der Behinderung, können gemeinnützige Sozialverbände.

Formale Überlegungen als Rentenberater


Aus Sicht eines Rentenberaters ist es im Streitfall wichtig zu prüfen, ob die sozialmedizinischen Begutachtungsleitlinien eingehalten wurden. Die Begutachtung sollte objektiv unter Heranziehung der vom Antragsteller vorgelegten ärztlichen und fachärztlichen Befunde stattfinden.

Auf dem Weg zur Rente wegen Erwerbsminderung hat es sich als hilfreich erwiesen, sich von einem in sozialmedizinischen Belangen erfahrenen Rentenberater oder Fachanwalt für Sozialrecht begleiten zu lassen. Dieser sollte Ihnen über den gesamten Zeitraum, beginnend mit einem Erstgespräch, Ihrer nachfolgenden Entscheidungsfindung und der etwaigen Antragstellung als Ansprechpartner zur Seite stehen. Bedenken Sie bitte auch, dass das Rentenrecht in einer engen Beziehung zu anderen Zweigen der Sozialversicherung (z.B. Krankenversicherung) steht.

Deshalb ist die umfassende sozialrechtliche Kompetenz wichtige Voraussetzung bei der erfolgreichen Vertretung des Mandanteninteresses.


 

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