Bewilligung Erwerbsunfähigkeit

Rente wegen Erwerbsunfähigkeit – Bewilligungsverfahren

 

1. Welche Bedeutung kommt dem medizinischen Entlassungsbericht zu?

Erwerbsunfähigkeit | Erwerbsminderung | Berufsunfähig | EU-Rente | BU-Rente | Schmerzpatient | chronische Schmerzstörungen | Angst | burn out | Depression | Fybromyalgie | Migräne | Panikattacken | Persönlichkeitsstörungen | psychische Verhaltensstörungen | Rheuma | Stress |Schmerzen | Rücken | Wirbelsäule

Befundberichte der behandelnden Ärzte dienen der medizinischen Beurteilung des Leistungsvermögens

Die Grundtendenz der ärztlichen Entlassungsberichtschreibung wurde auf der Seite „Antrag auf Erwerbsminderungsrente“ angesprochen. Der Grundsatz „Reha vor Rente“ dient nicht nur nach Ansicht von Kritikern dem konkreten Ziel, den Versicherten mittels Rehabilitation die Erwerbsfähigkeit zu bescheiden:

„Zur medizinischen Rehabilitation erforderliche Leistungen werden erbracht …, um den vorzeitigen Bezug von laufenden Sozialleistungen zu vermeiden oder laufende Sozialleistungen zu mindern (§ 26 Abs. 1 SGB IX)“

Allerdings bemißt sich die Qualität des ärztlichen Entlassungsberichtes keineswegs nur an der ordentlichen Bearbeitung der dort enthaltenen Formulare.


Rente wegen Erwerbsunfähigkeit – sachfremde Einflüsse

In Zeiten knapper Haushaltsmittel sind die Rehaklinken zu Einsparungen gezwungen. Dies drückt sich zum Beispiel in (ärztlichen) Stellenvakanzen, Behandlung durch Ärzte indikationsfremder Fachrichtungen, fehlende oder nicht folgerichtige therapeutische Behandlungen, unterbliebene Visiten, etc. aus.

Sind die grundlegenden Voraussetzungen einer erfolgreichen medizinischen Heilbehandlung nicht gegeben, stellt sich die Frage, inwieweit dem ärztlichen Entlassungsbericht Glaubwürdigkeit und Beweiswert beizumessen ist.

Praxistipp:

Bewahren Sie alle Dokumente Ihrer Reha wie zum Beispiel Therapiepläne, Stationsabläufe, Häufigkeit der Visiten und ärztlicher Beratungsgespräche auf. Nach Zugang des Entlassungsberichtes lösen diese oftmals spannende Fragen aus. Bei deren Beantwortung können sowohl der Rentenversicherungsträger als auch die Klinikleitung behilflich sein.-

 


2. Teilhabe am Arbeitsleben vor Rente wegen Erwerbsunfähigkeit

ist ein weniger bekannter zweiter Grundsatz der Deutschen Rentenversicherung.

Soweit der Versicherte einen Antrag auf Rente wegen Erwerbsunfähigkeit stellt, wird die Deutsche Rentenversicherung zunächst prüfen, ob durch die Gewährung von Teilhabemaßnahmen die Rente abgewendet werden kann.

Zur Teilhabe am Arbeitsleben werden die erforderlichen Leistungen erbracht, um krankheits- oder behinderungsbedingten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit entgegenzuwirken. Ziel ist auch hier, den Versicherten in den Arbeitsmarkt zu integrieren und die Erwerbsfähigkeit möglichst dauerhaft zu erhalten.

Für den Einzelnen kann die Inanspruchnahme von Teilhabeleistungen durchaus sinnvoll sein. Diese können eine Alternative zur Rente wegen Erwerbsminderung sein. Beispielsweise eröffnet sich bei Zuerkennung der Voraussetzungen die Perspektive einer beruflichen Umschulung (in der Praxis nur, wenn das Lebensalter unter 53 Jahren liegt). Auch kennt das Teilhabegesetz einen umfangreichen Leistungskatalog. Dieser umfaßt beispielsweise individuelle betriebliche Qualifizierungen, berufliche Weiterbildung, Gründungszuschuss bei Aufnahme einer selbständigen Tätigkeit.


In der Praxis liegt der Hase jedoch an anderer Stelle im Pfeffer:

Es ist zunächst gleichgültig, ob der Versicherte beabsichtigt, eine der vorstehenden Leistungen in Anspruch zu nehmen oder in Rente wegen Erwerbsunfähigkeit zu gehen. Die Teilhabeleistungen werden häufig (insbesondere bei psychischen Erkrankungen) in sogenannten beruflichen Trainingszentren erbracht. Dort wird versucht festzustellen, inwieweit Leistungen zur Teilhabe überhaupt in Betracht kommen. Voraussetzung ist, dass durch deren Gewährung die bereits verminderte Erwerbsfähigkeit wesentlich gebessert oder wiederhergestellt werden kann.

Bei häufig nicht zweifelsfreier Diagnose – zum Beispiel

als Schmerzpatient, bei chronischen Schmerzstörungen, Angst, burnout, Depression, Fybromyalgie, Migräne, Panikattacken, Persönlichkeitsstörungen, psychische Verhaltensstörungen, (Rheuma), Stress, Tinnitus oder Schmerzen am Rücken und an der Wirbelsäule

ist es geübte Praxis, dass zunächst eine Teilhabeleistung bewilligt wird.

Ähnlich wie in der Rehabilitationsklinik wird auch hier ein medizinischer Befund ausgefertigt. Auch wenn diesem kein vergleichbar hoher Stellenwert zukommen mag wie dem klinischen Entlassungsbericht, so ist doch dessen Beweiskraft nicht zu unterschätzen.

Im Falle einer beantragten Rente wegen Erwerbsunfähigkeit kann dieser geeignet sein, der zugrundeliegenden ärztlichen Diagnose (Formular: Ärztlicher Befundbericht zum Rentenantrag) entgegenzuwirken.


3. Rente wegen Erwerbsminderung aus Arbeitnehmer- und Arbeitgebersicht

Das Einreichen eines Antrags auf Rente wegen Erwerbsunfähigkeit bei der Deutschen Rentenversicherung ist unkritisch. Seitens der Behörde gehen dem Arbeitgeber hierüber keine Information zu. Nähere Kenntnis von gesundheitlichen Einschränkungen erhält der Arbeitgeber jedoch durch Fehlzeiten aufgrund Arbeitsunfähigkeit oder medizinischer Rehabilitation. Das konkrete Krankheitsbild erfährt dieser dadurch jedoch nicht.

Aus Arbeitnehmersicht kann es sinnvoll sein, sich frühzeitig mit dem Arbeitgeber ins Benehmen zu setzen. Der Arbeitgeber unterliegt Pflichten, welche auch in regelmäßigen arbeitsmedizinischen und personalärztlichen Untersuchungen ihren Ausdruck finden sollten. Die Befundung und darauf beruhende weitere haus- bzw. fachärztliche Betreuung können den Krankheitsverlauf beeinflussen.


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