Risiken der Altersvorsorge

Risiken der Altersvorsorge vorausschauend abwägen

Spannend wird es, wenn juristische Begriffe und deren finanzmathematische Gestaltung miteinander kollidieren. Aus den Verträgen zur betrieblichen Altersvorsorge, beziehungsweise den Satzungen der berufsständischen Versorgungswerke, sollte sich lesen lassen,

  • ab wann,
  • in welcher Form,
  • in welchem Umfang,
  • und unter welchen weiteren Voraussetzungen

Leistungsansprüche bestehen. Häufig finden aber sogenannte unbestimmte Rechtsbegriffe Anwendung. Ähnlich flexibel kann dann aber auch deren mathematische Ausgestaltung sein – denn diese beruht auf vertraglichen Vereinbarungen.


Auslegungsfähige juristische Begriffe und nicht immer nachvollziehbare Berechnungsgrundlagen können Anlass zu Streitigkeiten geben. Um hier bestehen zu können, sollten rentenrechtlicher und mathematischer Sachverstand zusammenwirken. Es kann durchaus geldwert sein, neu abzuschließende oder bereits bestehende Vorsorgevereinbarungen einer kritischen Betrachtung zu unterziehen.


 

Betriebliche Altersvorsorge / berufsständische Vorsorge –

wie lässt sich Sicherheit erzielen?

Die betriebliche (als auch die berufsständische Altersversorgung) beruhen auf dem sogenannten Kapitaldeckungsprinzip. Ob die kapitalgedeckte Vorsorge in Zukunft halten kann, was sie heute verspricht, wird sich zeigen müssen. Die Gegenwart, in der die Leistungsversprechen im Wesentlichen wohl erfüllt werden, ist ein eher unsicherer Maßstab.

Nur am Rande sei dabei auf die Gesetzesänderung zur Lebensversicherung hingewiesen – Lebensversicherungsreformgesetz vom 01.08.2014.

Ab 2016 will der Staat keinen Mindestzins mehr vorgeben.

Zwar wirkt sich die beschlossene Abschaffung des Garantiezinses nur auf Neuverträge aus. Finanziell sind jedoch auch Altkunden betroffen. Denn es dürfe – so die Gesetzesbegründung – nicht sein, „dass an die ausscheidenden Versicherten Mittel ausgezahlt werden, die für die Erfüllung der den verbleibenden Versicherten gegebenen Garantiezusagen benötigt werden.

Mit einem gesetzlich vorgegebenen Verfahren ist künftig zu bestimmen, in welchem Umfang die gewährten Garantien unter Berücksichtigung der aktuellen Kapitalmarktzinsen nicht ausfinanziert sind“ (Eckpunkte des Lebensversicherungsreformgesetzes – Bundesministerium der Finanzen – 04. Juni 2014).

Im Klartext: soweit Versicherungen nicht mehr in der Lage sind, sich am Kapitalmarkt zu refinanzieren, hat der Versicherungsnehmer mit Leistungseinschränkungen zu rechnen? Ob dieses Gesetz nur gegenüber Lebensversicherungen  Anwendung findet oder auch andere Formen kapitalgedeckter Altersvorsorge betrifft, bleibt abzuwarten.

Im Gegensatz zur gesetzlichen Rentenversicherung legen Einrichtungen der betrieblichen Altersvorsorge als auch berufssändische Versorgungswerke die eingehenden Beitragszahlungen überwiegend auf dem freien Kapitalmarkt an.

Stichwörter sind der sogenannte Generationenvertrag der Deutschen Rentenversicherung (Umlageverfahren) beziehungsweise die kapitalgedeckte Altersvorsorge bei Betriebsrenten und berufsständischen Altersrenten.


Die späteren Rentenzahlungen aus der kapitalgedeckten Altersvorsorge stehen in Abhängigkeit zum Zinssatz. Dieser wird auf dem freien Kapitalmarkt verhandelt und lässt sich kaum vorhersagen. Der Zinssatz beeinflusst aber den Kapitalaufbau als auch den Kapitalabbau, aufgrund des Zinseszinseffektes, maßgeblich.

Risiken liegen aber auch darin, dass Verträge zur Altersvorsorge oft sehr lange in die Zukunft wirken. Niemand kann vorhersehen, wie die Gesetzeslage in 10 oder 15 Jahren aussieht. Die kapitalgedeckte Altersvorsorge unterliegt jedoch einer nachgelagerten Besteuerung. Niedrigere Steuersätze dürften jedoch auch in Zukunft eher nicht zu erwarten sein.


Anders ausgedrückt: der Versicherte entscheidet sich heute für eine bestimmte Form der Altersvorsorge. Es lässt sich jedoch nicht zweifelsfrei erkennen, welcher Geldbetrag ihm morgen ausgezahlt wird. Dem gegenüber steht, dass bestimmte Formen der Zukunftsvorsorge, zum Beispiel die auf Gehaltsumwandlung (Entgeltumwandlung) beruhende betriebliche Altersvorsorge (Betriebsrente), steuerlich erheblich gefördert werden. Eine pauschale Aussage, ob sinnvoll oder nicht, lässt sich so nicht treffen.


Im Ergebnis gibt es keine sichere Lösung: Die Vertragsvereinbarungen sollten jedoch zumindest dahingehend zweifelsfrei sein, dass

  1. die späteren Rentenzahlungen jenen aus der gesetzlichen Rentenversicherung wenigstens entsprechen,
  2. die garantierten Rentensteigerungen nicht geringer ausfallen als die künftigen Rentenanpassungen der öffentlichen Rentenversicherung,
  3. der Zinsfuß des angesparten Kapitals auf einer überprüfbaren Bemessungsgrundlage beruht.

Nebenabreden, wie zum Beispiel die vorzeitige Inanspruchnahme der Altersversorgung oder die Auszahlung des angesparten Kapitals in einer Summe, wären gesondert zu prüfen.


 

wirtschaftliche Risiken vermindern

Aufgrund der Unwägbarkeiten der kapitalgedeckten Altersvorsorge und des sogenannten Generationenvertrages (Umlageverfahren) kann es sich aber durchaus lohnen, auch einmal über den Tellerrand zu schauen. Sind Steuerersparnis, Verzinsung und Vermögenszugewinn wirklich die einzig tragfähigen Auswahlkriterien?

Jedenfalls setzen diese Vorteile zwingend voraus, dass Geldvermögen, und sei es in Form monatlicher Einzahlungen, vorhanden ist und weiter zuwächst. Aufgrund der erwähnten Unwägbarkeiten an den Kapitalmärkten, fortlaufender Erhöhungen der direkten und indirekten Steuern, steigender Sozialversicherungsbeiträge und nicht zuletzt währungspolitischer Risiken (z. B. Euro-Krise) kommt dem Kapitalerhalt überragende Bedeutung zu. Vielleicht denken Sie einmal darüber nach?

(Teil II des Beitrags zur Altersvorsorge finden Sie hier)


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