Berechnung ärztliche Altersrente

Berechnung der ärztlichen Altersrente anhand eines Praxisbeispieles

Anmerkung:

Der Berechnungsgang unterscheidet sich bei den einzelnen ärztlichen Versorgungswerken. Nachfolgende Darstellung ist somit nicht vollumfänglich übertragbar.


Berechnungsgrundlagen der ärztlichen Altersrente:

Die Höhe der ärztlichen Altersrente bestimmt sich zunächst aus

den vom Arzt entrichteten jährlichen Versorgungsabgaben und der

• jährlichen Durchschnittsabgabe. Aus diesen beiden Werten wird eine

Steigerungszahl ermittelt.

Der ärztliche Rentenanspruch errechnet sich im Weiteren aus der Summe der Steigerungszahlen als Vomhundertsatz der Rentenbemessungsgrundlage. Die Rentenbemessungsgrundlage wird in der Regel jährlich von dem zur Beschlussfassung befugten Gremium (in der Regel der Kammerversammlung) des ärztlichen Versorgungswerkes festgelegt. Der Jahresabschluss des vorangegangenen Geschäftsjahres dient als Entscheidungsgrundlage.


Die Durchschnittsabgabe als Bemessungsgrundlage der ärztlichen Altersrente

Die jährliche Durchschnittsabgabe errechnet sich aus der für die gesetzliche Rentenversicherung geltenden Beitragsbemessungsgrenze gemäß Anlage 2 des sechsten Buches im Sozialgesetzbuch (SGB VI).

Die Bemessungsgrundlage ist in diesem Beispiel mit dem Faktor 0,1892 zu multiplizieren (jedoch gemäß der Bestimmungen des jeweiligen ärztlichen Versorgungswerkes). Die durchschnittliche Versorgungsabgabe ist nachfolgend auf den nächsten durch 12 teilbaren Betrag aufzurunden.

Ermittlung der Durchschnittsabgabe für ein konkretes Jahr

hier: Zeitraum 01.01. – 31.12.2004

Die Beitragsbemessungsgrenze des Jahres 2004 betrug 61.800,00 Euro (gemäß Anlage 2 SGB VI).

61.800,00 Euro x 0,1892 (entsprechend der jeweiligen Bestimmungen des ärztlichen Versorgungswerkes) = 11.692,56 Euro

Auf den Nächsten durch 12 teilbaren Betrag gerundet ergibt dies eine Durchschnittsabgabe von 11.700,00 Euro.


Die jährliche Steigerungszahl ist der zweifache Wert, der sich aus der geleisteten Versorgungsabgabe geteilt durch die Durchschnittsabgabe ergibt.


Ermittlung der Steigerungszahl für ein konkretes Jahr:

Die Durchschnittsabgabe des Jahres 2004 belief sich auf 11.700,00 Euro. Die im selben Jahr vom Arzt persönlich geleistete Versorgungsabgabe belief sich auf 3.531,10 Euro (individueller Betrag).

Die Steigerungszahl des Jahres 2014 ist somit 0,6036  (2 x 3.531,10 : 11.700,00).

Anmerkung:

Die Zahlbeträge vom Arzt entrichteten Versorgungsabgaben können hier anhand der zur Verfügung gestellten Unterlagen nicht immer nachgeprüft werden. Versorgungsberechtigte sollten für jedes Beitragsjahr eine Bescheinigung über die geleisteten Versorgungsabgabe erhalten haben. Aufgrund der Rentenwirksamkeit wird empfohlen, zu überprüfen, ob die gezahlten Beiträge zutreffend ausgewiesen wurden.


Errechnung des Jahresbetrages der ärztlichen Altersrente

Der Jahresbetrag der Altersrente errechnet sich bei Rentenbeginn aus der Summe der (jährlichen) Steigerungszahlen (entsprechend der geltenden Bestimmungen des jeweiligen ärztlichen Versorgungswerkes).

Die Summe der erworbenen (jährlichen) Steigerungszahlen beläuft sich (in diesem Beispiel) auf 27,3312. Diese ist um den Grundbetrag zu vermehren (auch hier entsprechend der geltenden Bestimmungen des jeweiligen ärztlichen Versorgungswerkes).

Der Grundbetrag ist das Produkt aus vom Mitglied durchschnittlich durch eigene Beitragszahlungen erworbenen Steigerungszahlen und dem (Zeit-)Faktor. Der Zeitfaktor, soweit dieser in der Berechnung in Ansatz zu bringen ist, wird vom betreffenden Versorgungswerk festgelegt.


Rechenweg zur Ermittlung des Grundbetrages der ärztlichen Altersrente:

(soweit Grundbetrag vom betreffenden ärztlichen Versorgungswerk vorgesehen)

27,3312 (Summe der Steigerungszahlen) : 26,4166 (Summe der Zeitfaktoren – festgelegt vom Versorgungswerk) = 1.0346 (durchschnittliche Steigerungszahl).

Die durchschnittliche Steigerungszahl beträgt somit 1.0346.

Anmerkungen:

1. bei verschiedenen ärztlichen Versorgungswerken wird die durchschnittliche Steigerungszahl mit einem Faktorwert multipliziert.

Im vorliegenden Beispiel wird die durchschnittliche Steigerungszahl 1,0346 mit dem Faktor 6,0 multipliziert. Dieser Faktorwert ergibt sich aus den Bestimmungen des betreffenden ärztlichen Versorgungswerkes. Die aus dem Grundbetrag errechnete Steigerungszahl beträgt 6,2076 (1,0346 x 6,0).

2. Über ein Kalenderjahr geleistete Versorgungsabgaben werden in der Regel mit dem Zeitfaktor 1,0000 bewertet. Kürzere Zeiträume mindern diesen anteilig.


Höhe der ärztlichen Altersrente

Die Gesamtsumme der Steigerungszahlen bei Rentenbeginn beträgt somit 33,5388.
Diese ergibt sich aus der Addition der Steigerungszahlen aus Beitragszeiten (27,3312) und des Grundbetrages (6,2076).

Die Rentenbemessungsgrundlage (RBG) für das Jahr 2016 wurde mit 43.837,00 Euro beziffert (ausgewiesen auf Rentenbescheid des betreffenden ärztlichen Versorgungswerkes). Der jährliche Rentenanspruch errechnet sich aus der Gesamtsumme der Steigerungszahlen als Vomhundertsatz der RBG (Steigerungszahl 33,5388 = % Satz von der RBG = Rentenanspruch/Jahr).

Der jährliche Rentenanspruch beläuft sich somit auf 14.702,40 Euro (33,5388 % von 43.837,00 Euro).

Ergebnis – Höhe der ärztlichen Altersrente:

Der monatliche Rentenanspruch aus der ärztlichen Altersversorgung beträgt 1.225,50 Euro (brutto).


Anmerkung: Dem kritischen Leser wird vielleicht aufgefallen sein, dass der Rentenberechnung ein Wert zugrunde liegt, dessen Richtigkeit so nicht nachgeprüft werden kann. Gemeint ist die Rentenbemessungsgrundlage (RBG). Dieser Faktorwert wird vom ärztlichen Versorgungswerk festgelegt.

In diesem zeigt sich nicht zuletzt der wirtschaftliche Erfolg des Versorgungswerkes. Die Rendite der Arztrente steht in direktem Zusammenhang mit dem Ergebnis der Geldanlage. Die jährlichen ärztlichen Versorgungsabgaben werden auf dem freien Kapitalmarkt investiert. Somit unterliegen diese auch Kapitalmarktrisiken. Das betrifft beispielsweise Ertragsschwankungen im Niedrigzinsumfeld – aber nicht nur. Die Rentenbemessungsgrundlage ist so gesehen der spannendste Faktorwert der Arztrente.


 

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